Golfgedanken...

   
 

Hier möchte Ich mit Ihnen meine Gedanken und Erfahrungen zum Thema Golf – insbesondere Equipment – teilen. Aus vielen Gesprächen mit Golfern aller Couleur meist intensiviert am 19. Loch, höre ich immer wieder raus, dass viele Spieler mit Ihren Schlägern Probleme haben. Meist wird das an einem einzelnen Schläger ausgemacht, was natürlich auch von der Tagesform abhängig gemacht wird. So nach dem Motto: Nix gelocht, mmh vielleicht mal einen neuen Putter testen, oder gute Eisenschläge aber die Abschläge heute, der verdam… Slice!!!! Mal einen Draw Driver probieren.

Glauben Sie mir, so funktioniert es in der Regel nicht. Wenn es so klappen würde, warum spielen wir nicht alle auf der Tour, aber zumindest Single-Handicap. Es beweist nur, dass Marketing funktioniert, sonst nichts!!!!!

Ehrlich, keiner von uns hat den perfekten Golfschwung. Mit uns meine ich alle Menschen, die sich diesem Spiel der Spiele hingegeben haben. Auch Tiger nicht und das weiß er auch. Ein großes Merkmal fast aller wirklich guten Golfer, insbesondere der Professionals ist eine sehr ehrliche und realistische Selbsteinschätzung der eigenen Fähigkeiten. Ein Hauptgrund dafür, dass diese Beneidenswerten auch deutlich weniger strategische Fehler machen als der Durchschnittsgolfer. Aber das würde zu weit vom Thema abschweifen und ich habe mir fest vorgenommen immer auf das Thema Schläger zurück zu kommen - so schnell wie möglich.

Kein Schläger auf dieser Welt kann Schwungfehler korrigieren. Kein MOI gefitteter Satz macht aus einem Durchschnittsgolfer einen Champion. Natürlich nicht. Passendes Material hilft Ihnen aber Ihre Bemühungen zu unterstützen und Fehlschläge zu entschärfen. Zumindest jene die aufgrund falscher Ausrüstung entstehen.

Ich beobachte immer wieder, dass das Equipment im Detail nicht wirklich passt. Oft bemerkt habe ich bei den Damen dass die Schläger meist die Ersten von vor Jahren sind. Und auch unabhängig von der eigenen Entwicklung auch in Zukunft noch bestimmt gute Dienste abliefern werden, es sei denn dass die Farbe in der kommenden Saison völlig aus der Mode sei. (Bleibt locker Mädels, war nur ein Scherz, wir Männer bekommen noch viel mehr Ihr Fett ab – versprochen). Die besseren Damen so um Hcp -10 oder niedriger- spielen erstaunlich oft Herrenschläger – warum?

Die Männer sind da ganz anders. Da spielt der Status eine wichtige Rolle.

Ergebnis: Zu dicke Griffe, zu harte Schäfte in nicht gerade Fehler verzeihende Eisenkopfmodelle (spielen kann ich sie nicht – sehen aber geil aus) und zu niedrige Loftzahlen beim Driver sehe ich viel zu häufig. Aber woher kommt das? Neben vielen gesellschaftlichen und mentalen Ansetzten, auf die ich auf gar keinen Fall näher eingehen werde, sehe ich beim Testen und beim Fitten die Hauptproblematik.

Sie machen einen Termin in einem Fitting-Center oder besuchen einen Demotag in Ihrer Nähe. Sie probieren unterschiedliche Schläger und sind unschlüssig. Dann wir man sehr professionell ge- und vermessen. So wird’s halt gemacht. Für den, der Sie fitted ist das der Alltag – für Sie aber nicht. Und hier liegt das Problem. Sie kommen auf so komische Gedankengänge wie: jetzt bloß nicht blamieren oder der Selbstbewusste der erst mal richtig einen raushauen möchte um den Fitter tief zu beeindrucken. Aber spätestens wenn eine computerunterstützte Analyse, bei denen alles gemessen wird, von Schwungtempo, über Schlägerkopfgeschwindigkeit, Ballabfluggeschwindigkeit, Rotation und nicht zu guter Letzt die Carrylänge. Dann geht’s los. Und noch ein bisschen mehr Gas, der beste Wert muss doch zu knacken sein. In den Momenten weise ich immer daraufhin, dass Länge auch was mit Treffqualität zu tun hat. Dann bekomme ich ein nicken und damit ist der Gedankengang auch schon wieder weg.

Nun haben Sie alles gegeben, sind womöglich nass geschwitzt und haben nach einem Korb Bälle ein oder zwei dabei gehabt die sich lohnen an der 19. zu erzählen. Und nun werden diese paar „Guten“ als Maßstab hergenommen und Schläger ausgesucht.

Aber was hat das mit Ihrem durchschnittlichen Golf zu tun? – NICHTS

Jetzt dürfen Sie nur nicht überrascht sein, dass es nach dem Kauf, wenn der golferische Alltag wieder einkehrt, das ganze nicht mehr so klappt wie gedacht und erhofft. Genauso dürfen Sie nicht verärgert sein, wenn Sie dem einen oder anderen Internetangebot nicht widerstehen konnten und sich nun damit trösten, dass der Satz ja ein echter Schnapper war.

Um in Zukunft im Equipment – Dschungel besser klar zu kommen, möchte ich Sie auf einige wesentliche Punkte zum Thema Griffe, Schäfte, Lie usw. aufmerksam machen. Ich verzichtet bewusst darauf all zu technisch zu werden, vielmehr versuche ich es Ihnen in normale golferischen Umgangsprache verständlicher zu machen. Damit Sie für sich eine vernünftige Entscheidung treffen können.

Nicht zu vernachlässigen in diesem Zusammenhang ist meine Bitte an Sie auch Ihren Pro beratend hinzu zu ziehen, da Er/Sie am besten Ihr Potenzial kennt und man somit die Chance hat auch zukünftige Bedürfnisse zu berücksichtigen. (Im Idealfall ein Pro ohne Pro Shop.) Bei Empfehlungen meinerseits bin ich sehr auf Ihre Ehrlichkeit und Mithilfe angewiesen. Wenn Sie von mir verlangen Ihnen einen Schaft in Ihren Driver zu bauen und Erwarten, dass Sie mit dem 250 m carry schlagen können aber im Schnitt nur selten die 200 m erreichen, werde ich Ihnen nicht helfen können. Falls Sie aber mehr Kontrolle, ein paar Meter hier und da finden wollen, kann ich Ihnen wahrscheinlich helfen.

Der Griff:

In all den Jahren als Golfer und Clubmaker, stellte ich immer fest, dass der Griff als solches, doch eher stiefmütterlich behandelt wird. Ein großer Fehler!!!!

Der Griff und Griffhaltung sind ganz entscheidende Punkte für einen korrekten und erfolgreichen Schwung. Für die richtige Griffhaltung kontaktieren Sie bitte Ihren Pro. Es ist wichtig in regelmäßigen Abständen Ihre Griffposition kontrollieren zu lassen.

Für rutschige und abgenutzte Griffe sind Sie bei mir richtig. Sie fahren ja auch nicht mit abgefahrenen Sommerreifen in den Wintersport – hoffe ich. Beachten Sie dass neben der Auswahl für einen bestimmten Griff, die richtige Griffstärke ein wesentlicher Punkt ist.

Zu dicke Griffe „unterstützen“ den Slice – da die Handgeschwindigkeit im Treffmoment reduziert wird.

Zu dünne Griffe „fördern“ den Hook – da die Handgeschwindigkeit im Treffmoment erhöht wird.

Wir sprechen von Tendenzen. Heißt: ein dünnerer Griff korrigiert nicht alleine den Slice – leider. Hilft aber die Auswirkung zu verringern. Ein passender Griff sollte als ideale Ausgangsposition betrachtet werden.

Fitten Sie sich selbst:
Handschuhgröße empfohlene Griffstärke
Herren XXL

Oversize

Herren XL

Midsize

Herren M,ML,L

Standard - eventl. + 1 Tape

Herren S

Damen Standard + 1 Tape

Damen L

Herren Standard od. Damen + 1 Tape

Damen M

Damen Standard

Damen S

Junior + 1 Tape

Die Schäfte:

Der Flex eines Schaftes hat direkten Einfluss auf die Länge und die Flugkurve Ihrer Schläge.

Ein zu harter Schaft führt zu einem ungewollten Längenverlust und produziert meistens einen Slice.
Ein zu weicher Schaft zieht in der Regel eine ungewollte Streuung nach sich – meistens zum Hook.

Die Lage des Kickpoints ist für die Flughöhe verantwortlich.

Low Kickpoint heißt, dass der Ball schneller in die Luft transportiert wird – Ihnen also hilft den Ball besser in die Luft zu bekommen. Folglich führt ein hoher Kickpoint zu einer flacheren Flugkurve. Dies ist eher für niedrige Hcper und Professionals empfehlenswert.

Maßgebend ist die Schwunggeschwindigkeit. Bei niedriger SG sollten Sie eher einen Graphite-Schaft bevorzugen. Durch das deutlich niedrigere Gewicht und die höhere Eigendynamik eines Graphite-Schaftes sollten Sie einige Meter finden können. Empfehlenswert in diesem Zusammenhang ist auf einen niedrigen Tourqewert – Verwindungssteifigkeit des Schaftes - zu achten. Um eine unnötige Streuung zu verhindern.

Bei einer hohen Schwunggeschwindigkeit sollten Sie eher einen härteren Flex wählen. Für die Eisen ist dann ein Stahlschaft zu bevorzugen. Vorteil: Stahlschäfte unterliegen kaum einer Verwindung des Schaftes und führt somit zu einer höheren Präzision.

Fragen Sie Ihren Pro für die richtige Schaftwahl oder teilen Sie mir Ihre durchschnittliche Carrylänge (reiner Ballflug)mit einem Eisen 7 mit um Ihnen eine Empfehlung geben zu können.

durchschnittl. Carrylänge mit Eisen 7

empfohlene Schafthärte

50 - 70 m

L-Flex

70 - 90 m

A-Flex, Lite-Flex, Senior-Flex

90 - 130 m

R-Flex

130 - 150 m

S-Flex

150 m +

XS-Flex

Köpfe:

Ziel ist es die Schlagflächensohle parallel zum Boden zu stellen. Dies gilt nicht nur in der Ansprechposition, sondern in erster Linie in der Bewegung. Falls Sie keine Gelegenheit haben sich professionell fitten zu lassen verraten Ihnen Ihre Schläger und auch Ihre Fehlschläge einiges. Einen neutralen Schwung vorausgesetzt – wer hat den schon – könnte bei einer Flugkurve nach links (für Rechtshänder) ein zu steiler Liewinkel verantwortlich sein. (Diesen Spielern ist auch der Socket nicht unbekannt) Dem entsprechend eine Flugkurve nach rechts (wieder aus der Sicht eines Rechtshänders – beides gilt für Linkshänder folglich umgekehrt) ist wahrscheinlich ein zu flacher Winkel verantwortlich.

Bei Betrachtung Ihrer Schlägerköpfe kommt die Wahrheit ans Tageslicht. Sind die Schlagflächen Ihrer Schläger mehr in Richtung Schaft abgenutzt ist mit Sicherheit der Liewinkel zu steil (upright). Folglich bei einem Abrieb eher zu Spitze zu flach (flat).
Dies lässt sich durch eine Korrektur mit Hilfe einer Biegemaschine neutralisieren und führt in der Regel sofort zu einer deutliche Verbesserung der Treffqualität.
Der Loftwinkel – Schlagflächenneigung – zeichnet sich für die Flughöhe und somit auch Flugweite verantwortlich. Durch eine Reduzierung des Loftwinkels wird die Flugkurve niedriger und Ihre Bälle fliegen weiter. Folglich wird durch mehr Loft eine höhere Flugkurve produziert –aber auf Kosten der Länge. Dieser Einschnitt ist eher erfahrenen Spielern angedacht. (Schaubild einfügen)
Eine Veränderung bis zu einer Schlägerlänge ist auf diesem Weg möglich – übertreiben sollte man es aber nicht. Die langen Eisen sollen spielbar bleiben.
Beachten Sie bitte auch dass dies nur mit geschmiedeten (forged) Schlägerköpfen möglich ist. Bei gegossenen Schlägerköpfen ist dies nur sehr gering bis gar nicht möglich, da die Gefahr des Brechens der Köpfe bei diesem Kaltbiegeprozess zu hoch wäre.

Ihr, Achim Nolte

 

 

 

 

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